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Die Stimme des Handwerks

Wirtschaftsflüchtlinge

Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht in der Zeitung über Wirtschaftsflüchtlinge lesen dürfen oder im Fernsehen Berichte darüber sehen.

Gehen wir mal einen Schritt zurück und überlegen uns, was hinter dem Begriff „Wirtschaftsflüchtling“ steckt:
Wussten Sie, dass der Begriff „Wirtschaftsflüchtling“ ein „abwertend gebrauchtes politische Schlagwort“ ist? Das bedeutet, dass Populisten versuchen, mit dem Begriff „Wirtschaftsflüchtlinge“ die Stimmung zu lenken (und Stimmen zu gewinnen!).

 

Wirtschaftsflüchtling

Es ist der Versuch, diesen Menschen vorzuwerfen, sie wären nicht geflüchtet sondern würden in „unser Sozialsystem“ zuwandern.

Fakt ist aber, diese Menschen haben ihre Sachen gepackt und ihre Heimat verlassen; ihre HEIMAT! Das wird gerne einfach so dahin gesagt, ohne sich bewusst zu werden, was es bedeutet, die Familie, das Heim und den Ort an dem man aufgewachsen ist, zu verlassen und alles zurückzulassen.

Ja, auch den so genannten „Wirtschaftsflüchtlingen“ geht es schlecht! Klar, sie müssen nicht um Gesundheit und Leben bangen! Dennoch ist ihr Leid so groß, dass sie freiwillig ihre Heimat verlassen haben.

 

Die öffentliche Meinung zu den so genannten „Wirtschaftsflüchtlingen“ wird allerdings nicht nur von der Politik, sondern auch und vor allem durch eines geprägt: Den wirtschaftlichen Druck der Verlage! Die einhellig negative Berichterstattung und die unreflektierte Wiedergabe von Aussagen populistischer Politiker führen zu einer öffentlichen Meinung, die der Wirklichkeit völlig entgegengesetzt ist.

Seit April hat die Kreishandwerkerschaft einige Pressemitteilungen veröffentlicht, auch einen offenen Brief an die Bundesregierung. Offensichtlich haben wir aber nicht den wirtschaftlichen Nerv der Verlage getroffen, denn über unsere Mitteilungen wurde nicht berichtet. Dennoch, das Kanzleramt hat das Schreiben angenommen und die vielen Hilfswilligen haben uns dennoch tatkräftig bei unserer bisherigen Arbeit unterstützt, vielen Dank dafür!

Die Politik und ganz besonders auch die Berichterstattung waren in den letzten Wochen und Monaten einig darüber, dass wir diese Menschen wieder abweisen müssten. Es gibt kaum Gegenwind, denn der Begriff „Wirtschaftsflüchtling“ scheint sich schon dafür durchgesetzt zu haben, dass wir mit diesen Menschen kein Mitleid haben müssen.

Das muss sich ändern!

Wissen Sie, welches Land die weltweit geringste Geburtenrate hat? Nein, es ist nicht Japan, das war lange Jahre so. Nun ist es Deutschland. Wir sind das Land mit der geringsten Geburtenrate weltweit! Herzlichen Glückwunsch, oder doch nicht!?

Wir haben es schon oft geschrieben, dass wir eine jährliche Zuwanderung von 533.000 Menschen brauchen um unsere Rentensysteme aufrecht zu erhalten und unseren Wohlstand bewahren zu können.

Die sogenannten „Wirtschaftsflüchtlinge“ kommen überwiegend aus dem Balkan. Mit diesen Menschen und ihrer Kultur haben wir in den 90er Jahren schon viele Erfahrungen gesammelt, sehr gute Erfahrungen.

Wir haben diese Menschen in unsere Betriebe aufgenommen und ausgebildet, und dann?! Naja, hat es unser Rechtssystem vermasselt, diese Menschen mussten wir wieder zurück schicken.

Wir brauchen ein Zuwanderungsgesetz

Schluss mit der unverschämten Bezeichnung „Wirtschaftsflüchtlinge“! Wir brauchen ein Gesetz für eine geregelte Zuwanderung in unser Land, sonst werden unsere Kinder und Enkel die Wirtschaftsflüchtlinge der Zukunft. Wir brauchen ein Zuwanderungsgesetz, weil es das Richtige ist!

Das Unternehmerhandwerk bildet gerne diese Menschen aus, wenn uns einige Eckpunkte zugesichert werden können:

  1. Diese Menschen brauchen einen gesicherten Aufenthaltstitel für die Zeit ihrer Ausbildung und mindestens zwei Jahre darüber hinaus. Das gibt den Betrieben Planungssicherheit und den Menschen eine Perspektive.
  2. Wir fordern flächendeckende und berufsbegleitende Sprachkurse. Nein, es ist nicht sachdienlich, diese Menschen erst ein Jahr in Vollzeit zu unterrichten. Sie sollen von Anfang an die Möglichkeit haben, sich im Handwerk zu integrieren.
  3. Wir wollen, dass die Betriebe ein Mitspracherecht bei der Beurteilung über ein dauerhaftes Bleiberecht bekommen. So könnte die Zusammenarbeit aussehen: Betrieb und Behörde stimmen gemeinsam darüber ab, ob die einzelnen Antragsteller eine gute Aussicht auf Integration in unsere Gesellschaft haben.

Es ist bizarr… auf der einen Seite wissen wir, dass wir Zuwanderung und insbesondere junge Menschen bitter nötig haben, auf der anderen Seite gibt es Akteure, die diese Menschen aus dem Land schaffen wollen, ohne viel Gegenwind…


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