impressumKopfwerk

Kopfwerk

Die Stimme des Handwerks

Gespräch mit Frau Hartmann-Graham und Frau Göthling

Frau Hartmann-Graham, 2. Kreisbeigeordnete des Landkreises Mainz-Bingen, bat um einen Gesprächstermin mit der Kreishandwerkerschaft Mainz-Bingen. Am 26.08.2015 empfingen wir daher Frau Göthling von der Fachstelle Asyl und Integration und Frau Hartman-Graham in unserer Geschäftsstelle.

20150609_174214

Die beiden Damen wollten vom Unternehmerhandwerk wissen, wie wir die aktuelle Flüchtlingssituation einschätzen. Wir erklärten, dass wir die Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen. Neben den offensichtlichen humanitären Gründen sieht das Handwerk in der aktuellen Flüchtlingssituation eine große Chance.

Das Unternehmerhandwerk ist bereit, Flüchtlinge auszubilden, wenn die Behörden einige Eckdaten zusichern. Diese Eckdaten haben wir Frau Hartmann-Graham und Frau Göthling vorgetragen:

  1. Wir erwarten, dass Flüchtlinge für die gesamte Ausbildungsdauer und mindestens zwei weitere Jahre danach einen gesicherten Aufenthaltstitel erhalten.
  2. Die Auszubildenden müssen berufsbegleitend in der deutschen Sprache unterrichtet werden. Aus Sicht des Unternehmerhandwerks sind lang andauernde Sprachkurse vor einer Ausbildung nicht zielführend! Diese Sprachkurse in Vollzeit konditionieren Menschen zu einem akademischen Abschluss.
  3. Die Auszubildenden müssen in vollem Umfang für die Fahrtwege zwischen Betrieb und Sprachkurs durch die öffentlichen Kassen entschädigt werden.
  4. Ideal aber keine Voraussetzung: Wir wollen Mitspracherecht bei der Entscheidung, ob eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt wird. Genauer: Wenn ein Betrieb einen Gesellen behalten möchte, soll dieser nicht gegen seinen Willen ausgewiesen werden. Die Probleme mit der Ausreise der Balkanflüchtlinge aus den 90er Jahren sollen sich nicht wiederholen!

Die beiden Damen waren positiv überrascht darüber, dass im Unternehmerhandwerk eine so große Willkommenskultur vorherrscht und wir auch so konkrete Vorstellungen dazu haben, wie wir die Menschen und vor allem Jugendlichen in Beruf und Gesellschaft integrieren können.

Ergebnis: Das Ergebnis des Treffen macht einen positiven Eindruck! Frau Göthling und Frau Hartmann-Graham wollen ein Pilotprojekt aufsetzen und die geforderten Rahmenbedingungen mit ausgewählten Betrieben der Kreishandwerkerschaft ausprobieren. Details dazu sollen in den kommenden Wochen folgen.

Wir freuen uns darauf!


zurück zur Übersicht