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Berufliche Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen im Landkreis Mainz-Bingen

Den folgenden Beitrag haben Frau Göthling und Frau Blessing von der Fachstelle Asyl & Integration der Kreisverwaltung Mainz-Bingen der Kreishandwerkerschaft Mainz-Bingen und ihren Mitglieder bereitgestellt.

Hierin finden Sie viele nützliche Hinweise und rechtliche Möglichkeiten zu der Beschäftigung in der aktuellen Flüchtlingssituation.

 

„DEU Landkreis Mainz-Bingen COA“ von Jürgen Krause - KreiswappenStadler, Klemens; Deutsche Wappen; Band 7, Bremen 1972; S. 116iDer Quelltext dieser SVG-Datei ist valide.Diese Vektorgrafik wurde mit Inkscape erstellt.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:DEU_Landkreis_Mainz-Bingen_COA.svg#/media/File:DEU_Landkreis_Mainz-Bingen_COA.svg

 

Beitrag zur beruflichen Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen im Landkreis Mainz-Bingen

 

Ausbildung und Erwerbstätigkeit sind bedeutende Pfeiler für Teilhabe, Anerkennung und Integration. Es gilt, Flüchtlinge und Asylsuchende schnell und unbürokratisch im Ausbildungs- und Arbeitsmarkt einzugliedern. Eine erfolgreiche und nachhaltige Integration kann jedoch nur dann gelingen, wenn es ein Maßnahmenbündel gibt, das aufeinander abgestimmt und aufbauend ist.

 

Finden Asylsuchende und Flüchtlinge erfolgreich Arbeit, dann nützt das der Aufnahmegesellschaft in vielerlei Hinsicht: Der Staat muss weniger für Sozialleistungen ausgeben. Zudem wird der soziale Zusammenhalt gestärkt, denn Beschäftigung tangiert auch andere Integrationsbereiche. Arbeit schafft eine klare Tagesstruktur, hilft, das Selbstwertgefühl wieder herzustellen und kann zur Gesundung nach traumatischen Erlebnissen im besonderen Maße beitragen. Zudem impliziert Beschäftigung finanzielle Unabhängigkeit und die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben.

 

Da zwei Drittel der Asylsuchenden im erwerbsfähigen Alter sind und Qualifikationen mitbringen, hat der Gesetzgeber reagiert und das Arbeitsverbot für Asylbegehrende auf drei Monate reduziert. Mit den zahlreichen gesetzlichen und politischen Neuerungen sollen Fähigkeiten, Motivation und Energie der Asylbewerber nicht mehr länger brach liegen. Es gilt nun, die verbesserte gesetzliche Grundlage dahingehend zu nutzen, die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen weiter zu verbessern.

 

Zum Einstieg in das Berufsleben und zum Kennenlernen der Arbeitsabläufe in deutschen Betrieben bietet sich ein Praktikum an. Befristete, unentgeltliche Praktika, die zum „Hereinschnuppern“ in Arbeitsabläufe dienen, werden als Hospitation gewertet und haben somit zur Folge, dass weder Zustimmung der Agentur für Arbeit noch die Erlaubnis der Ausländerbehörde notwendig ist. Für Jugendliche ohne Ausbildung, die eine solche in Deutschland anstreben, bietet sich auch ein Berufsorientierungspraktikum mit einer Länge von maximal 3 Monaten an, das lediglich durch die Ausländerbehörde genehmigt werden muss. Voraussetzung ist, dass die betriebliche Tätigkeit einen Bezug zu der angestrebten Berufsausbildung aufweist.

 

Die Einstiegsqualifizierung stellt ebenfalls eine gute Möglichkeit dar, um jungen Asylbewerbern die Teilhabe am Arbeitsmarkt zu öffnen und ist gleichzeitig ein Gewinn für die Unternehmen. Hierfür hat die Bundesagentur für Arbeit im Juli 2015 eine Globalzustimmung erteilt, so dass dieser Weg für Asylbewerber nun geöffnet ist.

 

Des Weiteren können Asylbegehrende eine Berufsausbildung aufnehmen, notwendig ist hierfür lediglich eine Genehmigung der Ausländerbehörde.

 

Auch das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und der Bundesfreiwilligendienst bieten gerade jungen Menschen eine gute Möglichkeit, einen Einblick in das Arbeitsleben zu bekommen, Kenntnisse der deutschen Sprache zu erweitern und Hemmungen abzubauen. Sowohl das FSJ als auch der Bundesfreiwilligendienst bedürfen vorab einer Genehmigung durch die Ausländerbehörde, eine Zustimmung durch die Bundesagentur für Arbeit ist hingegen nicht notwendig.

 

In der Praxis stellen sich jedoch noch zahlreiche Hürden dar. So verhindern zum Einen Sprachbarrieren die Aufnahme einer Ausbildung, zum Anderen stellen fehlende Schulabschlüsse ein Problem dar oder es bestehen Hemmungen seitens der Betriebe, Asylbegehrenden eine Ausbildung zu ermöglichen.

 

Es gilt, weitere Konzepte zur beruflichen Eingliederung dieser jungen Menschen zu entwickeln und Lösungen in Zusammenarbeit mit Schulen, den Kammern, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter  und den Betrieben zu finden, damit dieses Potential nicht verschenkt wird. Hierzu finden bereits intensive Gespräche statt.

 

Für Einzelfragen steht interessierten Betrieben die Fachstelle Asyl und Integration beim Landkreis Mainz-Bingen, Frau Göthling und Frau Blessing, zur Verfügung. Sollten wir Ihre Anfrage nicht beantworten können, leiten wir diese an die entsprechenden Fachstellen weiter und kümmern uns um eine Antwort. Sie  erreichen uns unter der Telefonnummer: 06132/787-3320, -3321 beziehungsweise per E-Mail: goethling.janine@mainz-bingen.de, blessing.linda@mainz-bingen.de. Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Internetpräsenz: http://www.mainz-bingen.de/deutsch/verwaltung/GB_III/Soziales/asyl_integration.php

Das Integrationsministerium hält außerdem auf seiner Homepage unter http://mifkjf.rlp.de/fileadmin/mifkjf/Integration/FAQs_Fluechtlinge.pdf Fragen und Antworten zum Thema Flüchtlinge und Arbeit bereit.


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