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Die Stimme des Handwerks

Fachkräftemangel: Gespräche mit Grünen, SPD, CDU und FDP

Die Grünen und die SPD haben unser Gesprächsangebote zum Fachkräftemangel angenommen. Auch die CDU und die FDP wurden eingeladen zu unserem gemeinsamen Termin in großer Runde in der Geschäftsstelle. Wir wollen die selben Erleichterungen für das Handwerk, wie sie auch den akademischen Berufen eingestanden werden. Wir erleben auch einen massiven Fachkräftemangel und das wollen wir ändern!

Fachkräftemangel

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Wir haben in Deutschland einen Fachkräftemangel. Seit dem 1. August 2012 gibt es für Akademiker aus Nicht-EU-Ländern bereits erleichterte Regeln um in Deutschland arbeiten zu können, beispielsweise mit der BlueCard.

Der Fachkräftemangel betrifft aber nicht nur die akademischen Berufe. Unternehmer im Handwerk bilden ihre Fachkräfte gerne selbst aus, seit vielen Generationen mit großem Erfolg. Jedoch klagen seit Jahren Unternehmer im Handwerk über fehlende qualifizierte Auszubildende.

Im Ausland ist die Situation umgekehrt, viele hoch motivierte Jugendliche haben auf dem heimischen Arbeitsmarkt kaum eine Perspektive. Die Regeln für Unternehmer und Jugendliche verhindern in vielen Fällen, dass Chancen genutzt werden können.

Laut aktuellen Studien und der Rentenkassen braucht Deutschland langfristig pro Jahr mindestens 533.000 Zuwanderer. Nur so lasse sich die Lücke füllen, die durch das Ausscheiden der in den 1950er und 1960er Jahren geborenen Babyboomer aus dem Beruf entstehe.

Unzureichende Regeln für das Handwerk

Das Zuwanderungsgesetz regelt in §17 unter welchen Bedingungen Auszubildende aus dem Nicht-EU-Ausland in Deutschland einen Arbeitsplatz antreten können. Die Hürden sind ungleich schwerer, als für akademische Berufe.

Eine offene Stelle muss zunächst bei der Arbeitsagentur gemeldet werden. Die ZAV der Arbeitsagentur prüft in einem achtwöchigen Verfahren mit der Botschaft, ob der Jugendliche den Ausbildungsplatz antreten darf, unter Anderem Spielt dabei die Vorrangregelung eine zentrale Rolle.

Gibt es für den Ausbildungsplatz einen inländischen Jugendlichen, der bei der Bundesagentur als Arbeitsuchend gemeldet ist, darf der Ausbildungsplatz keinem Bewerber aus einem Nicht-EU-Land angeboten werden. Die Qualifikation des Arbeitsuchenden im Inland spielt dabei keine Rolle. Das Handwerk müsse auch problematische Jugendliche aufnehmen und sie „an die Hand nehmen“.

Die Beweggründe für die Vorrangprüfung sind zwar nachvollziehbar und wichtig, für viele Unternehmer jedoch ein wirtschaftliches und soziales Risiko. Nicht jedes Unternehmen kann diese Leistung tragen, so bleiben Ausbildungsplätze offen und Chancen werden vertan. Die Frage, wieso Akademiker dieser Vorrangprüfung nicht unterliegen, bleibt dabei offen.

Dabei ist das Handwerk seit vielen Generationen in Deutschland ein wichtiger Integrationsmotor. Wir bringen Jugendlichen unsere Werte und Sprache bei. Fachkräfte selbst auszubilden und für sie zu sorgen ist schon immer Aufgabe und Tradition im Handwerk.

 

Ein Zeichen setzen

Grundschüler melden sich

Die Kreishandwerkerschaft Mainz-Bingen ist für eine weitere Erleichterung für die Anwerbungen von Fachkräften und Auszubildenden aus dem Nicht-EU-Ausland. Wir fordern die Politik auf, in Rheinland-Pfalz modelhaft neue, erleichterte Regeln einzuführen. Weniger Bürokratie für Unternehmen, Auszubildende und Fachkräfte im Handwerk.

Wir wollen Jugendliche im Ausland aktiv ansprechen und mit Ausbildungsverträgen nach Deutschland holen können. Ein rheinland-pfälzisches Modell könnte so zu einem deutschlandweiten Erfolg für Zuwanderung, Integration und gegen den Fachkräftemangel werden.


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